>
Das Marburger Kammerorchester wird Werke zu Gehör bringen, die zum Teil vorher noch nicht zu hören waren und die Bedeutung Marburgs in der Musikgeschichte hervorheben. Unterstützt wird das Orchester von Bläsern aus der Region und des Hessischen Rundfunks. (Foto: Roland Knoke)

Kammerorchester spielt unter Leitung von hr-Geigerin Karin Hendel mit Verstärkung
Einmaliges Stinfoniekonzert würdigt Marburgs musikalische Bedeutung in Geschichte

Zu den Höhepunkten des Stadtjubiläums gehört ein außergewöhnliches Sinfoniekonzert des Marburger Kammerorchesters, das an diesem Abend von Musiker*innen aus der Region und des Hessischen Rundfunks unterstützt wird. Das Konzert, das die historische Bedeutung von Marburg und der Region in der Musik beleuchtet, findet am 20. November um 18 Uhr in der Lutherischen Pfarrkirche statt.

Unter der Leitung von Karin Hendel folgen auf eine Beethoven-Ouvertüre zwei Sinfonien von Bernhard Hupfeld, der von 1775 bis 1795 hoch angesehen als Universitäts-Musicus in Marburg wirkte. Es folgen Beiträge von zwei Solisten, die aus Marburg stammen und es inzwischen zu überregionalem Ansehen gebracht haben - Anissa Baniahmad spielt das Concertino für Flöte op.107 von Cécile Chaminade, Andreas Hering spielt das Klavierkonzert op.54 von Robert Schumann.

Werk von Henkel zuvor nicht oder kaum aufgeführt

Den Höhepunkt bildet die Sinfonie op. 20 von Georg Andreas Henkel (1805 bis 1871). Er hat in Marburg studiert und wurde später Domkantor in Fulda. 1867 erhielt er von der Universität Marburg die Ehrendoktorwürde. Sein kompositorisches Schaffen ist größtenteils verschollen, von seiner mitreißenden Sinfonie in c-moll existiert nur die Partitur - ob sie vorher jemals aufgeführt wurde, ist nicht bekannt.

Tickets für das Konzert des Marburger Kammerorchesters gibt es an der Abendkasse oder der Marburg Stadt- und Landtourismus, der Eintritt kostet 18 Euro, ermäßigt zwölf Euro.

Über das Marburger Kammerorchester

Das Marburger Kammerorchester (MKO) ging 1962 aus dem bereits seit 1958 bestehenden „Kammermusikkreis der Elisabethkirche Marburg“ hervor. Unter der Leitung seines Gründers Horst Pusch († 2007) gab es regelmäßig Konzerte in Marburg, gelangte schon bald zu überregionaler Bedeutung und wurde zu Kirchenkonzerten in ganz Hessen und darüber hinaus verpflichtet. Rundfunkaufnahmen und Konzertreisen, unter anderem im Rahmen der Städtepartnerschaften Marburgs nach Maribor, Poitiers und Eisenach, schlossen sich an. Namhafte Solisten haben mit dem Orchester zusammen musiziert.

Den Kern des MKO bilden etwa 15 bis 20 Musiker, teils professionelle Instrumentalisten, teils ambitionierte Laien. Im vielseitigen Marburger Musikleben, welches in den 1990er Jahren nach und nach durch zwei junge Sinfonieorchester bereichert wurde, spielt das MKO weiterhin eine unverwechselbare Rolle. Es bestreitet jährlich eine Reihe von Konzerten, teils mit eigenem Programm, teils als instrumentale Begleitung von Oratorien, Messen, Kantaten u. ä. bei Kirchenkonzerten in Marburg, im Marburger Raum und überregional. Regelmäßig tritt es bei den Marburger Schlosskonzerten auf. Bei Sinfoniekonzerten wird das Orchester durch professionelle Bläser aus der Region ergänzt.

Sein 50-jähriges Jubiläum feierte das MKO im Mai 2012 mit einem großen sinfonischen Konzert. Die musikalische Arbeit wurde nach H. Pusch ab 1996 von wechselnden Dirigenten geleitet, seit 1999 vorwiegend von Arndt Heyer. Nach seinem Ausscheiden aus der gemeinsamen 15 Jahre währenden musikalischen Zusammenarbeit (Frühjahr 2014) wurde durch eine Dirigentenausschreibung Karin Hendel gewonnen, sie ist Geigerin des hr-Sinfonieorchesters, die neben dem Orchesterdienst seit ca. fünf Jahren zielstrebig eine zweite Karriere als Dirigentin verfolgt. Mit ihr hat das Kammerorchester schon einige Konzerte erfolgreich bestritten.
Projektträger*in
Veranstaltungsort
Lutherische Pfarrkirche Marburg
Lutherischer Kirchhof 1
35037 Marburg
Google Maps

Sinfoniekonzert

Kammerorchester

Beethoven

Hupfeld

Schumann

Andreas Henkel

© Januar 2022 - marburg800