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Zur neuen Ausstellung "Stadtgeschichte*n 1222-2022" lädt die Stadt Marburg ab sofort alle Interessierten ein. (Foto: Bildarchiv Foto Marburg/Paul Haag)
Besucher*innen reisen in der Jahrhundertgalerie im Treppenaufgang des Rathauses durch die Zeit.
Das Megaphon steht in der Ausstellung der acht Objekte für acht Jahrhunderte für das 20. Jahrhundert, Kulturamtsleiterin Ruth Fischer (l.) mit Museumsdirektor Dr. Christoph Otterbeck (r.) im Austausch bei der Eröffnung.
Dinge und Orte sind Erinnerungsspeicher, die Geschichte erzählen. Für das 17. Jahrhundert haben die Ausstellungsmacher*innen die ehemalige Wetterfahne des Rathauses von 1663 ausgewählt. Zu den „Stadgeschichten“ ist außerdem ein Magazin entstanden, das weit mehr als Katalog zur Ausstellung ist.
Der Weg der dreiteiligen Ausstellung führt vom Rathaus über den Markt 23 bis zum Schloss (Bild). Hier Unipräsident Prof. Dr. Thomas Nauss (l.) im Austausch mit Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (2. v. r.), Museumsdirektor Dr. Christoph Otterbeck (r.) und Kulturamtsleiterin Ruth Fischer (2. v. l.).
Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (Mitte) eröffnet die Jahrhundertgalerie im Rathaus, die zu der Ausstellung „Stadtgeschichte*n“ gehört, gemeinsam mit dem Präsidenten der Philipps-Universität Prof. Dr. Thomas Nauss (v. r.), Kulturamtsleiter Ruth Fischer und dem Direktor des Universitätsmuseums, Dr. Christoph Otterbeck.
Leitobjekt für das 19. Jahrhundert ist eine medizinische Spritze. Sie wollen mehr dazu erfahren. Dann besuchen Sie die Ausstellung "Stadtgeschichte*n" am Markt 23, im Schloss und im Rathaus.
Mit einem Rahmenprogramm von Musik, Lesungen und mehr wurden die Stadtgeschichte*n am Sonntag eröffnet.
Für die dreiteilige Ausstellung „Stadtgeschichten 1222-2022“ haben Stadt und Museum für Kunst und Kulturgeschichte Hand in Hand gearbeitet. Mit Jahrhundertgalerie im Rathaus, „8 Objekten für 8 Jahrhunderte“ in der Brüder-Grimm-Stube und „Objekte erzählen Geschichte“ im Schloss wird Historie lebendig – wie zum Beispiel mit der Geschichte vom Marburger Wandteppich aus dem 15. Jahrhundert.
Viel zu entdecken gibt es ab sofort für Besucher*innen an den drei Standorten der "Stadtgeschichte*n".
Mit dem Blick aufs Schloss lädt die neue Ausstellung Stadtgeschichten an drei Standorten und mit einer Publikation zur Reise durch acht Jahrhunderte ein.
Zum Auftakt erlebten die Besucher*innen auf dem Marburger Marktplatz ein spannendes Rahmenprogramm.

Eine Ausstellung, acht Jahrhunderte, drei Orte: Rathaus, Markt 23 und Schloss
Stadtgeschichte*n eröffnet: Dinge sind Erinnerungspeicher, die Geschichte erzählen

„Objekte erzählen Stadtgeschichte“ heißt die Ausstellung im Landgrafenschloss, in der Besucher*innen ausgewählte Gegenstände aus der Geschichte Marburgs genauer betrachten können.

Marburg. Eine Geschichte – erzählt an drei Orten: Die Stadt Marburg erzählt „Stadtgeschichte*n 1222-2022“ mit einer Ausstellung im Rathaus, am Markt 23 und im Landgrafenschloss. Verknüpft werden acht Jahrhunderte Geschichte durch acht ausgewählte Objekte.

Öffnungszeiten Ausstellung "Stadtgeschichten* n 1222 - 2022

 

Markt 23: 

Rathaus (Markt 1) Langrafenschloss (Schloss 1): 
Montag  15.00 - 19.00 Uhr  7.00 - 16.00 Uhr  -
Dienstag - 7.00 - 16.00 Uhr  10.00 - 16.00 Uhr 
Mittwoch  - 7.00 - 16.00 Uhr  10.00 - 16.00 Uhr 
Donnerstag  15.00 - 19.00 Uhr  7.00 - 18.00 Uhr  10.00 - 16.00 Uhr 
Freitag  15.00 - 19.00 Uhr  7.00 - 12.30 Uhr 10.00 - 16.00 Uhr 
Samstag  15.00 - 19.00 Uhr  - 10.00 - 16.00 Uhr 
Sonntag  15.00 - 19.00 Uhr  - 10.00 -16.00 Uhr 

 

Zum Stadtgeburtstag öffnet eine besondere Ausstellung: „Stadtgeschichte*n 1222-2022“. Der Fachdienst Kultur der Stadt hat diese Ausstellung gemeinsam mit dem Museum für Kunst- und Kulturgeschichte der Philipps-Universität entwickelt. „Knapp 500 Jahre sind Stadt und Universität gemeinsam durch die Zeit gegangen. In dieser Ausstellung zeigt sich, wie innovativ wir gemeinsam sein können. Ich freue mich auf das gemeinsame Experiment, in dem Stadt, Stadtgesellschaft und Universität entlang von Sammlungsobjekten neue Wege in die Vergangenheit gehen“, sagt Prof. Dr. Thomas Nauss, Präsident der Universität Marburg.

„Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wichtig für eine Stadt, ihre Bevölkerung und ihre Gäste“, so Oberbürgermeister und Kulturdezernent Dr. Thomas Spies. „Die Geschichte stiftet Identität und Reflexionsräume.“ Außerdem nutze das Gehirn die Vergangenheit, um Vorhersagen für die Zukunft zu machen. „Erinnerungsarbeit ist also Zukunft machen.“ Deshalb habe die Geschichte unter dem Themenschwerpunkt „Marburg erinnern“ auch einen wichtigen Teil im Programm des Jubiläumsjahrs Marburg800.

Eine neunköpfige Arbeitsgruppe von Fachleuten hat sich für die Ausstellung auf Spurensuche in die Geschichte Marburgs, in die Sammlung des Landgrafenschlosses und in die Archive von Stadt und Land begeben. Insgesamt haben sich mehr als 100 Menschen an der Entstehung beteiligt. Das Ergebnis: Eine Ausstellung, die Marburgs Geschichte anhand von Objekten anschaulich machen soll – verteilt auf drei besondere Orte in der Stadt. „Dinge und Orte sind Erinnerungsspeicher, die eine eigene Geschichte haben und die Geschichte Marburgs erzählen“, so OB Spies.

Jahrhundertgalerie im Rathaus

Vier Treppen, acht Jahrhunderte, 64 historische Bilder, Urkunden und Gemälde samt kurzen Infotexten – so sieht die Jahrhundertgalerie im Treppenaufgang des Rathauses aus. Die Stadt Marburg macht ihre Geschichte an dieser Stelle begehbar: Wer die vier Treppen hinaufgeht, kann dabei durch 800 Jahre Marburger Geschichte gehen und einige spannende Aspekte kennenlernen, die Marburg geprägt haben. 

Zu sehen sind etwa Darstellungen von Menschen, die großen Einfluss auf Marburgs Geschichte genommen haben: Darstellungen von der Heiligen Elisabeth, Sophie von Brabant, vom Marburger Religionsgespräch, von Landgrafen, von der Regentin Amelie Elisabeth, dem Physiker und Mathematiker Denis Papin, vom Staatsrechtler Sylvester Jordan, von Emil von Behring, Martin Heidegger und Wolfgang Abendroth.

Außerdem abgebildet sind einige spannende Schriftstücke: Die Reinhardsbrunner Chronik; die Urkunde, mit der Elisabeth von Thüringen heiliggesprochen wurde; eine Urkunde, die bezeugt, dass Mitglieder der Zünfte in den Stadtrat aufgenommen wurden; die älteste Marburger Wochenzeitung und Beschwerden über wirtschaftliche Not wegen zu geringer Studentenzahlen. Ebenso zu entdecken ist die Baugeschichte beim Gang durch die Jahrhundertgalerie: Der „Hirschberg 13“ – eines der ältesten Häuser in Marburg – sowie die Hirsemühle, der Bahnhof und viele Stadtansichten und Stadtkarten.

„8 Objekte in 8 Jahrhunderten“

Die Wandausstellung „8 Objekte in 8 Jahrhunderten“ ist im Markt 23 zu sehen, wenige Schritte vom Rathaus entfernt. Die Räume sind im Konzept der Ort, der auch zum Verweilen einlädt. Hier stehen Stadtschriften zu historischen Themen bereit und vor allem werden geschichtliche Informationen als Podcast spielerisch erzählt. Mit neun Hörspielen, die sich der Stadtgeschichte kreativ aus neuer Perspektive widmen.  Die „Digi.tales“ wurden von in Marburger Künstler*innen geschrieben und im Werkraum56 mit Sprecher*innen realisiert. Entstanden sind so vielfältige Formate - von der Radio-Persiflage über Poesie und Science Fiction bis zu True Crime. „Dieser Ausstellungsort ist der kleinste Raum. Aber er bietet eine Vernetzung in die größere Welt der Medien. So sind verschiedene Ebenen der Auseinandersetzung für verschiedene Zielgruppen entstanden“, erklärt Dr. Christoph Otterbeck, Direktor des Universitätsmuseums. "Die Brüder-Grimm-Stube ist im Konzept der Ort, der auch zum Verweilen einlädt", freut sich Stadträtin Kirsten Dinnebier. Auch mit einem Geschichtspuzzle für Kinder, wie Bürgermeisterin Nadine Bernshausen betont. Die Ausstellung soll unterschiedliche Sinne ansprechen und ist inklusiv.

„Objekte erzählen Geschichte“

Original-Exponate gibt es im Landgrafenschloss zu sehen. „Objekte erzählen Geschichte“ machen Geschichte plastisch. Wie der große Wandteppich aus dem 15. Jahrhundert mit der Geschichte vom verlorenen Sohn etwa, der so groß war, dass er zerschnitten wurde, um in der Elisabethkirche zu liegen. Wann und warum ist er vor mehr als 500 Jahren hergestellt worden?  Und was wollten die Diebe, die ihn im frühen 20. Jahrhundert zerschnitten haben?

Und welche menschlichen Tragödien hat die Wetterfahne des Rathauses mit dem Reiter während des 30-jährigen Kriegs im 17. Jahrhundert vorbeiziehen sehen? „Im Südflügel entsteht ein dichtes, facettenartiges Bild der Stadt. Es ist ein Mosaik aus vielen Stücken, die einen Teil der Geschichte beleuchten“, erklärt Otterbeck. Zu sehen ist auch die Justitia, die das Rathaus ziert – die Originalversion, denn am Rathaus ist eine Kopie angebracht, um das Original vor Wind und Wetter zu schützen.

Inklusive Stadtgeschichten und ein Magazin

Flankiert werden die „Stadtgeschichte*n“ vom Internetauftritt mit Vorlesefunktionen, Übersetzungen in Gebärdensprache und mit einem Geschichtspuzzle für Kinder. Die Ausstellung soll unterschiedliche Sinne ansprechen und ist inklusiv. Entstanden ist außerdem auch das Magazin „Marburg Stadtgeschichten“, das mit seinen geschichtlichen Betrachtungen weit mehr ist als ein Katalog zur Ausstellung, sondern in Text und attraktiven Bildern eigenständig für Anregungen und Denkanstöße steht – es ist für 14 Euro im Buchhandel erhältlich.

„Stadtgeschichten“ für die Zukunft

Das Konzept „Stadtgeschichte*n“ ist laut Ruth Fischer ein mehrstimmiges und offenes Konzept. „,Stadtgeschichten‘ lassen Raum für Vertiefungen und Weiterentwicklungen von Inhalten für verschiedene Zielgruppen und Bedürfnisse. ,Stadtgeschichten‘ lassen sich in der Zukunft weiterspinnen, verdichten oder neu aufstellen“, so Fischer. „Heute wird ein Anfang gemacht. Er bietet Grundlage und Ausgangspunkt für einen öffentlichen kulturpolitischen Diskurs, der breit geführt werden soll“, betont Spies. Dazu wird im Herbst eine Tagung stattfinden, die sich der Bedeutung von Geschichtsschreibung und Tradition für die Zukunft widmet.

 

 

 

Projektträger*in
Veranstaltungsort
Rathaus Universitätsstadt Marburg
Marktplatz 1
35037 Marburg
Google Maps
Fachdienst Kultur

Ausstellung

Stadt

Geschichte

Imp
ressionen

Megafon - 20. Jahrhundert © Foto von Bildarchiv Foto Marburg/Paul Haag
Leitobjekt 13. Jahrhundert. © Foto von Bildarchiv Foto Marburg/Horst Fenchel
Wetterfahne, 17. Jh. © Foto von Bildarchiv Foto Marburg / Horst Fenchel
Leitobjekt für 14. Jahrhundert © Foto von Bildarchiv Foto Marburg/Horst Fenchel
Ein Kernteam hat – zusammen mit 100 weiteren Beteiligten – die Ausstellung „Stadtgeschichte*n“ in Marburg konzipiert. © Foto von Patricia Grähling, Stadt Marburg
Die Marchingband The Small Easy sorgte für den passenden Ton bei der Eröffnung © Foto von Stadt Marburg, Patricia Grähling
An drei Orten wurden die Stadtgeschichte*n am Sonntag eröffnet. © Foto von Stadt Marburg, Patricia Grähling
Im Gespräch über Stadtgeschichte*n (v. l.): Dr. Christoph Otterbeck, Dr. Thomas Spies und Unipräsident Prof. Dr. Thomas Nauss. © Foto von Stadt Marburg, Patricia Grähling
© Januar 2022 - marburg800