Haus der Romantik
Elisabethbilder in der deutschen Spätromantik

Moritz von Schwind, Das Rosenwunder der Heiligen Elisabeth, Fresko auf der Wartburg, 1854, Foto: Nehrdich, Rolf W. (1943/1945)

Zum Jubiläumsjahr bietet das Haus der Romantik Vorträge, Führungen und eine Ausstellung rund um „Elisabethbilder in der Spätromantik" an. Außerdem ist der Marburger Frauenkalender 2022 erhältlich. Er widmet sich zwölf bedeutenden Frauenpersönlichkeiten durch 800 Jahre Stadtgeschichte, die im kulturellen Gedächtnis der Stadt Spuren hinterlassen haben.

Ausstellung „Elisabethbilder in der Spätromantik" (1848-1871)“

In der Ausstellung soll die Neuinterpretation und Neuerfindung der Heiligen Elisabeth in der Spätromantik aufgezeigt werden, einer Epoche, die durch große politische und ökonomische Krisen gekennzeichnet war (Revolutionen 1830 und 1848, Pauperismus, Agrarreformen, Beginn der Industrialisierung und der Monetarisierung der ländlichen Gesellschaft, aber auch die Formierung der Nationen und des Nationalismus in Mitteleuropa). Die Heilige Elisabeth wurde in diesen Prozessen als Sozialheilige, aber auch als nationale Ikone (Ungarn) vereinnahmt - mit Auswirkungen auf Thüringen und Hessen: Uraufführung des Oratoriums von der Heiligen Elisabeth (Franz Liszt) auf der Wartburg, Wartburg-Fresken von Moritz von Schwind und ihre Rezeption durch Otto Ubbelohde in Marburg bis hin zu den Elisabethfeiern Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Zur Eröffnung der Ausstellung am 12. Juni hält Prof. Dr. Siegfried Becker von der Philipps-Universität Marburg den Vortrag Elisabethbilder in der Spätromantik". Beginn ist um 11.30 Uhr. Anlässlich der Ausstellungseröffnung ist der Eintritt frei. 

Ergänzend zur Ausstellung hält Dr. Dr. Joachim Kahl am 7. Juli um 18 Uhr den Vortrag „Die Heilige Elisabeth zwischen Heilsegoismus und Helfersyndrom. Eine Stadtheilige wird entzaubert“ im Haus der Romantik. Der Eintritt ist frei. 

Anlässlich der Finnisage der Ausstellung geben Prof. Dr. Siegfried Becker und Prof. Dr. Marita Metz-Becker am 25. September eine kulturhistorische Führung durch die Elisabethkirche. Diese beginnt um 15 Uhr. Die Teilnahme kostet 2,70 Euro (Eintritt in die Elisabethkirche).

Die Ausstellung läuft vom 12. Juni 2022 -25. September 2022
Öffnungszeiten:  Dienstag bis Freitag 14-17 Uhr; Samstag und Sonntag 11-13 und 14-17 Uhr
Der Eintritt kostet drei Euro.

 

Führung „800 Jahre Marburger Frauengeschichte“

Gemeinsam mit der Volkshochschule der Stadt Marburg bietet Prof. Dr. Marita Metz-Becker am 4. Februar um 15 Uhr die kulturhistorische Führung „800 Jahre Marburger Frauengeschichte“ an.

Vom Mittelalter, als die Heilige Elisabeth sich in Marburg aufhielt, über bedeutende Landgräfinnen in der Frühen Neuzeit und Schriftstellerinnen aus der Epoche der Romantik bis zu überregional bekannten Wissenschaftlerinnen des 20. oder 21. Jahrhunderts spiegelt sich in den in der Führung vorgestellten Frauenporträts die historische Entwicklung Marburgs zu einer weltoffenen Universitätsstadt, in der auch Frauen das wissenschaftliche und politische Leben geprägt haben. Ihre Lebensleistungen ins heutige Bewusstsein zu rufen, ist Absicht der Führung, ein Stück Kultur- und Sozialgeschichte der Stadt Marburg aus noch immer ungewohnter Perspektive.

Treffpunkt ist der Marktbrunnen in der Oberstadt, die Teilnahme kostet acht Euro. 

 

Marburger Frauenkalender 2022 - Berühmte Frauen durch acht Jahrhunderte

Der Kalender widmet sich zwölf bedeutenden Frauenpersönlichkeiten durch 800 Jahre Stadtgeschichte, die im kulturellen Gedächtnis der Stadt Spuren hinterlassen haben. Es wurden ihnen Bauwerke, Denkmäler und andere Erinnerungszeichen für ihre besonderen Verdienste und Lebenswege zugeeignet, mit denen sie im Stadtbild präsent sind. Von den vielen bedeutenden Marburgerinnen wurden zwölf ausgewählt, die stellvertretend für die vielfältigen Leistungen von Frauen in der Geschichte stehen. Folgende zwölt Frauen wurden für den Kalender ausgewählt: Sophie von Brabant, die Tochter der Heiligen Elisabeth (1224 – 1275), Hedwig Sophie von Hessen Kassel (1623 – 1683), die Romantikerin Caroline Schlegel-Schilling (1763 – 1809), die Medizinerin Maria Anne Victoire Boivin-Gillain (1773 – 1841), Kurfürstin Auguste von Hessen (1780 – 1841), die Schriftstellerin Bettine Brentano (1785 – 1859), die Politikerin Elisabeth Selbert (1896 – 1986), die Schriftstellerin Marie Luise Kaschnitz (1901 – 1974), die Philosophin Hannah Arendt (1906 – 1975), die Wissenschaftlerin Ingeborg Weber-Kellermann (1918 – 1993) und die Theologin Margot Käßmann (geboren 1958).

Der Kalender kann ab sofort im Marburger Haus der Romantik käuflich erworben werden.

Mit Unterstützung von:
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Veranstaltungsort
Marburger Haus der Romantik
Markt 16
35037 Marburg
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