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Spielort ist das historische Marburg
Theater-Vierteiler "Unter dem Fluss"

Das Theaterprojekt „Unter dem Fluss“ von Willi Schmidt besteht aus vier in sich abgeschlossenen Theaterstücken mit Live-Musik, die in Form einer Zeitreise Geschichten aus der Stadt Marburg und des Marburger Umlandes erzählen. Das Prinzip der Stücke ist es jeweils, dass die beiden Erzählerfiguren Marie und Lupus die Geschichten im historischen Kontext aus ihrer Perspektive erzählen und somit den „roten Faden“ für alle Stücke bilden. In verschiedenen Epochen werden sie in unterschiedlichen Konstellationen wiedergeboren, erleben Geschichten um die wesentlichen Dinge des Lebens, stets am gleichen Ort, an der Lahn, wo jahrhundertelang ein Wirtshaus mit Garten stand, das „Wirtshaus an der Lahn“.

 

 

 

Folge 3: Besetzung und Abriss - 13.10.2022, 14.10.2022, 15.10.2022, jeweils 20:00 Uhr

In der nächsten Zeitreise ist zu erleben, wie der Abriss des historischen Wirtshauses 1970 bevorsteht und an dessen Stelle ein modernes Wohn-Hochhaus gebaut werden soll. Junge Leute mit den 68er Ideen von Selbstbestimmung, wozu auch Marie gehört, begehren dagegen auf und halten das alte Wirtshaus besetzt, bis die Geldmacht des Investors, der die Kommunalpolitik kontrolliert, für Räumung und Abriss sorgt. Lupus ist unterdessen gerade wiedergeboren und wächst als Junge auf dem Land, in der Nähe der Stadt am Fluss, auf, erzählt aus kindlicher Sicht das Leben des Umbruchs in der Region.

Folge 4: Anfang und Ende: Der Affenfelsen - 15.12. und 16.12.2022, jeweils 20 Uhr

Die letzte Folge spielt in der Gegenwart. Lupus, Therapeut und Marie, Psychologiestudentin, werden zum Liebespaar, begeben sich auf das Dach des „Affenfelsen“, wie das 70er Jahre Hochhaus am Fuße der Adenauerbrücke in der Stadt Marburg genannt wird, wo einst das „Wirtshaus an der Lahn“ stand. Darin verwoben werden Geschichten von (fiktiven) Bewohner*innen des „Affenfelsen“ erzählt, wobei es um menschliche Beziehungen, Geheimnisse, Kindheitserlebnisse, Suche nach Identität – thematisch aber auch um Vorurteile, Rassismus und Gewalt geht und aktuelle politische Themen eingebunden sind. Zugleich ist ein junger Mann im Keller zugange, fanatisiert von der Idee, dass brennende Asylbewerberunterkünfte nicht genug sind…

VERPASST: Folge 1: Blutmond - 20.05.2022, 21.05.2022, 22.05.2022, jeweils 20:00 Uhr

Die erste Reise führt Marie und Lupus in eine dunkle, kalte Zeit, die Zeit des 30-jährigen Kriegs, der sich allmählich dem Ende zuneigt und in der Region rund um Marburg Elend und Verwüstung zurücklässt. Während der gemeinsamen Suche nach Frieden treffen sie in einem verlassenen Dorf im Ebsdorfer Grund auf einen religiös-fanatischen Pfarrer, der zur Bedrohung wird. Auf der zweiten Zeitreise steht das Marburger Wirtshaus an der Lahn im Mittelpunkt, welches in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit den dazugehörigen Stallungen Fuhrleuten als Schenke dient, aber auch bei den Soldaten und Studenten der Stadt sehr beliebt ist. Lupus und Marie werden dort Teil der politischen Verwicklungen, in der Zeit von Industrialisierung, sozialer Bewegungen und deren Niederschlagung durch die Obrigkeit.

 

VERPASST: Folge 2: Himmel und Hölle - 17.06.2022, 18.06.2022, 19.06.2022, jeweils 20:00 Uhr

Die Zeitreise führt in die Zeit des Nationalsozialismus. Lupus und Marie werden in jeweils unterschiedlichen Zusammenhängen zugleich zu Tätern und Opfern der nationalsozialistischen Ideologie. Thematisiert werden hierbei u. a. die systematische Ermordung von psychisch Kranken und Behinderten durch die Nazis, wozu auch Schicksale von Menschen aus Marburg und Umgebung gehören, sowie das Leben in der Endzeit des Krieges in der Region. Grundlagen hierzu sind Aufzeichnungen/Tagebücher von damals jugendlichen Zeitzeugen.

 

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© Foto von Marion Klein
© Foto von Gerd Sycha
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© Januar 2022 - marburg800