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Der Walcing Act beim Tischlein-deck-dich: Die Mitglieder von ACTeasay verwandeln schmucklose Alltagsgeräte der Abteilung Straßenreinigung beim DBM in fantasievolle Kunstobjekte. Zangen wurden ein Teil der fantasievollen Kostüme für die mythischen Halbwesen, die, angelockt von Müll und funkelndem Plastik sammeln, entsorgen und verwerten. Das Projekt können Sie noch im Juli und August live in der Innenstadt erleben.

Performance-Streetart von ACTeasy Jugendtheaterclub
"Das ist unsere Stadt!" - Marburg erspielen

Beim Projekt Fauna Rising soll ein Walking Act um das Müllaufsammeln kreiert werden. (Foto: DBM, Sonja Stender)

Noch bis September erspielt sich der ACTeasy Theater-und Kunstverein unsere Stadt durch kreative Perfomance-Streetart an verschiedenen Orten in Marburg. Nach erfolgreichem Auftakt im Juni geht es weiter mit Auftritten im Juli am Rudolphsplatz und auf dem Marktplatz.

Die Performances, die gemeinsam mit Marburger Menschen allen Alters entwickelt werden, beleben den städtischen Raum und erfinden ihn neu. Dabei greifen sie ortsbezogene, stadtspezifische, aktuelle und gesellschaftsrelevante Themen auf, ausgehend von den Interessen und Bedürfnissen der Teilnehmenden. "Wir bespielen den städtischen Raum, um mit unseren Stimmen gehört zu werden, um auf Missstände aufmerksam zu machen, aber auch um neue Perspektiven aufzuzeigen für eine Stadt, die uns allen gehört."

Es wird verschiedene Acts geben. Bisher sind folgende Unterprojekte entstanden:
- Fauna Rising (mitmachen)
- Rebellions-Kultour – veranstaltet vom Staatlichen Schulamt Marburg-Biedenkopf / SchulKultur e.V. im Rahmen des KUSS-Festivals 2022 in Kooperation mit der Elisabethschule

Worum geht es?

Streetart, übersetzt Straßenkunst, auch Urban Art genannt, erfreut sich spätestens seit Bekanntwerden des englischen Künstlers Banksy einer immer größeren Beliebtheit. Das Anbringen von (künstlerischen) Zeichen im öffentlichen Raum dient der Kommunikation und regt dabei häufig zum Nachdenken über gesellschaftliche Themen an. Bisher wird der Begriff hauptsächlich für Malereien verwendet, ähnlich dem Graffiti, doch auch die Performancekunst wird hier immer bedeutsamer.

Die Coronapandemie hat die Kunst vor riesige Herausforderungen gestellt. Die Kunst findet aber immer ihren Weg, und so hat sie sich neue Räume erschlossen: digital und draußen. Eine größere Sichtbarkeit von Kunst im öffentlichen Raum stärkt ihren gesellschaftlichen Status. Indem sie Kunst für alle erfahrbar machen, fördern sie die Teilhabe an künstlerischen Prozessen, die immer auch gesellschaftliche sind.

Der Projekttitel enthält deshalb keinen kämpferischen Besetzungscharakter – oder jedenfalls nur ein bisschen. Im Kern geht es um die Aufforderung zur Teilhabe an gesellschaftlichem Wandel, der auf städtischer Ebene anfangen kann. Transformationsprozesse haben bereits an vielen Stellen der Gesellschaft begonnen, aber es ist dringend notwendig, dass die Stadtgesellschaft weiter umdenkt. Noch wichtiger ist, dass dabei alle Menschen mitgenommen werden und auch ihre Stimmen gehört werden.

ACTeasy kreiert ein generationsübergreifendes, interdisziplinäres Projekt mit einem theaterpädagogischen Schwerpunkt, der sich über die theatrale Annäherung an aktuelle, stadtpolitische und gesellschaftliche Themen konstituiert. Mit unterschiedlichen Gruppen erarbeiten der Verein über den gesamten Projektzeitraum verschiedene Performances, die dann im öffentlichen Raum der Stadt Marburg präsentiert werden. Dabei geht es, anders als beim Straßentheater, nicht um eine reine szenische Darbietung in der Stadt, sondern um ein Bespielen des konkreten, öffentlichen Raums (Straßen, Plätze, Busse u.ä.). Es können ortsspezifische und/oder stadtpolitische Themen aufgegriffen werden, z.B. Mobilität, Umweltschutz, Wohnraum, Leben in der Oberstadt, Studieren in Marburg oder auch stadtgeschichtliche Aspekte. Weiterhin sind stadtteilspezifische Themen willkommen, denn im Sinne einer aufsuchenden kulturellen Beteiligung sollen sich die performativen Aktionen nicht auf den Stadtkern beschränken. Die Teilnehmenden erleben Marburg, indem sie die Stadt „erspielen“ und geben sich so zugleich selbst eine Stimme. Ihre Performances machen die Themen für andere erfahrbar, können hinweisend, warnend, augenöffnend sein, können verfremden oder etwas Neues erfinden, indem sie Auswege aufzeigen oder ungewohnte Fragen stellen. So wird Kunst zum Mittel gesellschaftlicher Teilhabe und zum Bestandteil eines kritischen Dialogs – je nach Beschränkungslage durch die Pandemie ist auch die Erarbeitung interaktiver Performances wünschenswert.

Die nächsten Aufführungstermine stehen fest:


14.7., 19 Uhr am Rudolphsplatz im Rahmen von KUNST.LABOR.STADT.PLATZ

15.7., 17 Uhr auf dem Marktplatz (Oberstadt)

18. + 19.8. um 18 Uhr im Ufercafé Gischler

Mit freundlicher Unterstützung von:

                     

Gefördert durch:
Projektträger*in
ACTeasy Jugendtheaterclub e.V.
info@acteasy.eu
www.acteasy.eu
Veranstaltungsort
ACTeasy
Jugendtheaterclub e.V.
Deutschhausstrasse 29 a
35037 Marburg
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Flyer zur Fauna Rising © Foto von ACTeasy
© Foto von ACTeasy
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© Januar 2022 - marburg800